Archive for ‘Italien’

3. Mai 2012

Parallelen und Paradoxien

Vor 90 Jahren schlossen Sowjetrussland und Deutschland den Vertrag von Rapallo

Ein Gastbeitrag von Valentin Falin

nullReichskanzler Joseph Wirth (2.v.l.) mit den Vertretern der russischen Seite: Krassin, Tschitscherin, Joffe. Bildquelle: Bundesarchiv.

Es sind Abertausende Bücher über das 20. Jahrhundert geschrieben worden und doch ist die Geschichte dieses Säculums noch längst nicht gerecht und ausgewogen dargestellt. Es gibt viele Hypothesen und noch mehr Unterstellungen. Doch ein Schwarz-Weiß-Denken dient nicht einer Geschichtsschreibung, die sich als Wissenschaft von der Geschichte versteht und helfen kann, aus der Vergangenheit zu lernen, um eine Wiederholung von Fehlern oder Verbrechen zu vermeiden.

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25. Mai 2011

Jenseits der Berlusconi-Affäre

Kapitalfraktionskämpfe in der Geschichte Italiens

Von David X. Noack

Auf Italien schaut die europäische Öffentlichkeit vor allem deshalb, da Silvio Berlusconi wieder einmal in Sex-Skandale und andere Affären verwickelt ist. Vergessen bleibt dabei eine lange Geschichte der Kapitalfraktionskämpfe in dem südeuropäischen Land, innerhalb derer auch Berlusconi bis heute keine geringe Rolle spielt.

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22. September 2010

Berlusconis Klemme

Italiens Rechte gruppiert sich um. Wird die schwelende Regierungskrise in Rom zum Sturz des Mediendiktators führen? Und was kommt danach?

Von Gerhard Feldbauer

Seit April schwelt in Rom die Krise der Berlusconi-Regierung. Gianfranco ­Fini, der Führer der früheren Alleanza-Nazionale-(AN)-Faschisten, die sich 2009 mit Berlusconis Forza-Partei zu einer Partei der Freiheit (PdL) zusammenschlossen, hatte mit 36 Abgeordneten dem Regierungschef die Gefolgschaft aufgekündigt. Als Präsident der Abgeordnetenkammer hat er beträchtlichen Einfluß auf den Gang der Regierungsgeschäfte. Berlusconi hat Fini postwendend aus seiner PdL ausgeschlossen und seinen Rücktritt gefordert, was dieser natürlich ablehnte. Fini ist dabei, eine eigene Partei »Futuro e Libertà« (Zukunft und Freiheit) zu gründen. Der frühere Hardliner agiert als geläuterter Faschist, der vergessen machen möchte, daß er den »Duce« einst als »größten Staatsmann des 20. Jahrhunderts« verherrlichte, der viel Gutes für Italien getan habe. Am Bild des Mussolini-Faschismus nahm er allenfalls kosmetische Korrekturen vor. Grundsätzlich hat er sich von ihm nie distanziert, noch hat er ihn verurteilt.

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10. September 2010

Bislang schlägt sich die herrschende Klasse gar nicht schlecht!

Ein Kommentar von Kees Van Der Pijl

Erklärungen, wonach die gegenwärtige Krise die schwerste seit den 1930er Jahren sei, übersehen in aller Regel, dass mindestens drei grundlegende Unterschiede einen solchen Vergleich problematisch machen. Erstens gibt es keinen neuen Modus der Kapitalakkumulation, der (wie damals der Fordismus) an den Rändern des herrschenden Modus entstanden ist und den Platz der ausgedienten, alten Ordnung einnehmen könnte.

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