Archive for ‘Geopolitik’

19. Oktober 2013

Kleiner Überblick über die Geopolitik

Die Ursprünge und die Entwicklung der Geopolitik sowie die Kritik an dieser Pseudowissenschaft von damals bis heute

Von David X. Noack

Die Geopolitik ist eine Pseudowissenschaft, die ihre Ursprünge im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert hat. Die beiden bedeutendsten Denkschulen dieser Disziplin waren zu jener Zeit die mitteleuropäische (Deutschland und Schweden) sowie die anglo-amerikanische (Großbritannien und die USA). Die mitteleuropäische Geopolitik hatte ihre Wurzeln in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg vor allem in den Disziplinen der Anthropologie, der Politischen Geographie und der Anthropogeographie. Als Begründer letzterer beider Wissenschaften galt Friedrich Ratzel [1] – zwei seiner Schüler (Rudolf Kjellén [2] und Karl Haushofer [3]) sollten später den mitteleuropäischen Strang der Geopolitik entscheidend prägen. Eine wesentliche Eigenschaft dieser Denkschule der Geopolitik stellte der Organizismus dar, der in den 1870er Jahren in Deutschland Wirkmächtigkeit erlangt hatte. Staaten wurden demnach als organische Einheiten verstanden – mit gleichen Interessen über alle Klassen und Schichten hinaus. Darüber hinaus prägten  auch sehr stark sozialdarwinistische Ansätze die deutschen Geopolitiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[4] Den Begriff Geopolitik benutzte der schwedische Geographieprofessor Rudolf Kjellén zum ersten Mal 1899 in einem seiner Aufsätze. Sechs Jahre später tauchte der Terminus auch in Deutschland in einem von Kjellén geschriebenen Aufsatz in der Geographischen Zeitschrift auf.[5] Der Begriff breitete sich in der folgenden Zeit immer weiter aus.

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13. Oktober 2012

Bulgariens Parlamentswahl 1990 – Wenn die Falschen Wahlen gewinnen (Teil 2)

Ein Gastbeitrag von William Blum

1990 gewann die Bulgarische Sozialistische Partei die Parlamentswahl in dem östlichen Balkanland. Doch für die USA gewannen mit den gewendeten Kommunisten die falschen Kräfte. Nach dem ersten Teil hier nun der zweite Teil des The Heartland-Blog-Dreiteilers. Der dritte Teil erscheint demnächst.

Logo der Gewerkschaft Podkrepa (Bildquelle: Wikipedia)

Logo der Gewerkschaft Podkrepa (Bildquelle: Wikipedia)

Die Demonstrationen, die Proteste und die Agitation gingen im Juli täglich weiter. Eine „Stadt der Freiheit“, die aus mehr als 60 Zelten bestand, wurde im Zentrum von Sofia aufgestellt, besetzt von Leuten, die sagten, dass sie dort bleiben würden bis alle hochrangigen bulgarischen Politiker, die unter dem alten kommunistischen Regime gedient hatten, entfernt wären. Als ihnen verweigert wurde, was sie als angemessenen Zugang zu den Medien betrachteten, fügten die Protestierenden den Rücktritt des Chefs des bulgarischen Fernsehens zu ihren Forderungen hinzu.[1] Einmal wurde ein riesiger Scheiterhaufen auf der Straße errichtet, in dem Texte der kommunistischen Zeit verbrannt wurden, sowie auch Parteiprogramme und Flaggen.[2]

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13. August 2012

Bulgariens Parlamentswahl 1990 – Wenn die Falschen Wahlen gewinnen

Ein Gastbeitrag von William Blum

1990 gewann die Bulgarische Sozialistische Partei die Parlamentswahl in dem östlichen Balkanland. Doch für die USA gewannen mit den gewendeten Kommunisten die falschen Kräfte. The Heartland-Blog dokumentiert als Dreiteiler das Kapitel „Kommunisten lehren, worum es in der Demokratie geht“ aus dem Buch „Zerstörung der Hoffnung: Bewaffnete Interventionen und des CIA der USA seit dem 2. Weltkrieg“ des ehemaligen US-Außenamtsmitarbeiters William Blum.

Für amerikanische antikommunistische kalte Krieger, für bulgarische antikommunistische kalte Krieger hätte es nicht vielversprechender aussehen können. Der Kalte Krieg war vorbei. Die Kräfte der westlichen Zivilisation, Kapitalismus und Güte hatten gewonnen. Die Sowjetunion war kurz davor, auseinanderzufallen. Die kommunistische Partei in Bulgarien fiel in Ungnade. Ihr diktatorischer Führer für 35 Jahre wurde wegen Machtmissbrauchs verfolgt. Die Partei hatte ihren Namen geändert, aber das würde niemanden zum Narren halten. Und das Land hielt seine erste Mehrparteienwahl seit 45 Jahren ab. Die Kommunisten gewannen die Wahl.

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21. Juni 2012

Geopolitischer Brennpunkt Ukraine

Die Ukraine als Dreh- und Angelpunkt

Von Michel Buckley

Präsident Janukowytsch und Oppositionsführerin Timoshenko

Die Ukraine steht wegen der Fußball-Europameisterschaft wieder in den Schlagzeilen. Die Haftbedingungen der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julija Timoshenko haben aber auch für eine Kontroverse gesorgt, die seit Ende April durch zahlreiche EM-Boykott-Aufrufe vor allem von deutschen Politikern eine internationale Dimension angenommen hat. Es stehen sich wieder die alten Kontrahenten der „orangenen Revolution“ von 2004, Timoshenko und der aktuelle Präsident Wiktor Janukowytsch, gegenüber und europäischer Politike setzen sich für die Oppositionspolitikerin ein – bis hin zum diplomatischen Affront. Dies sollte Anlass sein, sich die geopolitische Bedeutung des nach Russland flächen- und einwohnermäßig größten Landes Mittel- und Osteuropas einmal genauer anzusehen.

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3. Mai 2012

Parallelen und Paradoxien

Vor 90 Jahren schlossen Sowjetrussland und Deutschland den Vertrag von Rapallo

Ein Gastbeitrag von Valentin Falin

nullReichskanzler Joseph Wirth (2.v.l.) mit den Vertretern der russischen Seite: Krassin, Tschitscherin, Joffe. Bildquelle: Bundesarchiv.

Es sind Abertausende Bücher über das 20. Jahrhundert geschrieben worden und doch ist die Geschichte dieses Säculums noch längst nicht gerecht und ausgewogen dargestellt. Es gibt viele Hypothesen und noch mehr Unterstellungen. Doch ein Schwarz-Weiß-Denken dient nicht einer Geschichtsschreibung, die sich als Wissenschaft von der Geschichte versteht und helfen kann, aus der Vergangenheit zu lernen, um eine Wiederholung von Fehlern oder Verbrechen zu vermeiden.

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26. März 2012

Geopolitischer Brennpunkt Griechenland

Griechenland im Spiegel von Großmachtinteressen und Globaler Politischer Ökonomie

Von David X. Noack

Griechische Flagge zur Unabhängigkeitswerdung

Griechische Flagge zur Unabhängigkeitswerdung

1832 wurde der bayerische Wittelsbacher Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern, als Otto der Erste der erster griechische neuzeitliche König. Otto I. war den revolutionären Hellenen von den europäischen Großmächten Großbritannien, Frankreich und Russland aufgedrückt worden. Zur Herrschaftssicherung hatte König Otto noch bis 1843 bayrische Truppen vor Ort. Das „unabhängig“ gewordene Königreich fristete ein Dasein als Spielball vor allem russischer und britischer Großmachtinteressen. Moskau verfolgte über Jahrhunderte den Drang an die warmen Meere und London hatte ein Interesse an den Handelsrouten auf den Weltmeeren, vor allem nach Indien.

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